Angst und Abhängigkeit

Ich will mein wunderbares Selbst zurück

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Pija Pestel  22. Januar 2021

„Es ist deine Angst, alleine zu sein, die dich hält, in einer ungesunden Beziehung zu bleiben.“

Durch Beziehungen kommen Menschen ganz schnell an eigene Themen. Leider passiert es sehr oft, dass sich die bedürftigen Inneren Kinder treffen und versuchen, auf unreife, oft verletzende Art und Weise miteinander zu leben. Eine besondere Art des bedürftigen Inneren Kindes ist die sogenannte emotional Abhängigkeit. 

WIE KANN ICH MICH AUS EINER EMOTIONALEN ABHÄNGIGKEIT BEFREIEN?

„Es war eine wunderbare Beziehung. Ich war endlich angekommen. Wir waren unzertrennlich und verbrachten viel Zeit miteinander, bis ich aufhörte zu sein und nur noch mein Partner da war. Ich wusste nicht mehr, wo die Grenze war. Irgendwie gab es mich nur als „wir“ und es war in Ordnung für mich. Bis ich gemerkt habe, dass mir die Beziehung nicht mehr die Sicherheit geben kann. Und dann passierte das Schlimmste, was ich mir vorstellen konnte. Der Partner entschied sich zu gehen. So plötzlich kam das und ich konnte nicht verstehen, was in Wahrheit passierte. Da war eine große Leere, ein Vakuum. Er war weg und er hat mich auch mitgenommen. Ich war ja nur „wir“ und plötzlich gab es uns nicht mehr.

Irgendwann auf meinem Weg habe ich mich verloren, mein wunderbares Selbst. Und dann war mir klar, dass ich mich wieder finden musste. Ich wollte mein wunderbares Selbst zurück.“

Diese Geschichte schildert einige Merkmale, die auf eine mögliche emotionale Abhängigkeit hinweisen. Es ist wichtig, dass man die Abhängigkeit erkennt, wenn wir selbst leiden oder unsere Beziehung darunter leidet. Immer wieder treffen Menschen mit diesen emotionalen Bindungen auf einen Partner, der narzisstische Neigungen hat oder eine andere Art „Angst, sich zu binden“ pflegt. Beides führt zu ungesunden, toxischen Beziehungen.

„Ich brauche dich, um vollkommen zu sein.“, lautet das unausgesprochene Credo.

Emotionale Abhängigkeit ähnelt einer Sucht. Hier hat das Innere Kind die komplette Kontrolle über dein Leben übernommen und es macht es dir unmöglich, dich davon zu befreien, weil dein Inneres Kind die Hoffnung hat, dass alles wieder gut wird.

Dein Inneres Kind fühlt sich unsicher und hat fürchterliche Angst, allein zu sein. Es fällt ihm schwer, seinen eigenen Weg zu gehen. Vielleicht hat es auch ständig ein schlechtes Gewissen, wenn es eigenständige Entscheidungen treffen soll. Du bist gewöhnt, in einer Beziehung zu bleiben, auch wenn das für dich überhaupt nicht mehr gut ist. Die Beziehung gibt dir deine Identität, deine Sicherheit und ohne bist du hilflos und verloren. Es ist dein Inneres Kind, das sich so fühlt und vielleicht kannst du dich jetzt besser verstehen. Es ist nicht einfach, einen Weg heraus zu finden. Aber es ist besonders wichtig, dass du lernst, dich zu schützen, wenn der Partner dich verletzt oder du in ständiger Angst leben musst.

Irgendwann auf deinem Weg hast du dich verloren und diese unerträgliche Situation zwingt dich, etwas in deinem Leben zu ändern. Vielleicht musst du nur deine Unabhängigkeit wieder zurückgewinnen. Oder darfst du sie zum ersten Mal in deinem Leben lernen?

 

Folgende 5 Schritte können dir auf deinem Weg behilflich sein:

Schritt 1:

Wenn dir klar geworden ist, dass du von deinem Partner abhängig bist, dann musst du erst einmal die Entscheidung treffen, das zu ändern. Darum musst du wissen, warum willst du das ändern? Es ist nicht immer leicht, die „Komfortzone“ zu verlassen. Das machen wir nur, wenn sich die Situation nicht mehr aushalten lässt. Frage dich: „Wie fühlt es sich an, die nächsten drei Jahre so zu leben? Welchen Preis zahlst du? Was kriegst du dafür? Was erhoffst du dir davon?“

Schritt 2:

Bereite dich auf einen langen Weg vor. Es ist vielleicht nicht das erste Mal, dass du dich so fühlst. Wenn es schon immer so gewesen ist, kann es sein, dass du mit einem langjährigen, gut verankerten Verhaltens- und Denkmuster zu tun hast. Dann brauchst du viel Kraft oder Unterstützung. Hol dir alles, was du für notwendig erachtest, weil es ansonsten passieren kann, dass du dich schnell umdrehst und wieder zurückgehst. Nimm dir die Zeit, die du brauchst und beginne, kleine Schritte zu gehen.

Schritt 3:

Wenn du dich zurückgewinnen willst und stärker aus deiner Mitte leben willst, dann musst DU ab sofort der Mittelpunkt in deinem Leben werden. Was gar nicht so einfach ist. Wenn du eine Schwäche für „sich schnell an die Wünsche der anderen anzupassen“ hast, dann musst du erst einmal deine neuen Regeln setzen. Beginne mit der einfachsten Frage: „Was ist dir ab jetzt wichtig und was ist es nicht mehr?“

Schritt 4:

Beschäftige dich nicht zu viel mit dem Thema: Wer war schuld, dass euer gemeinsames Boot in diesem Gewässer gelandet ist. Suche nicht nach Fehlern oder Ausreden. Versuche, deine Aufmerksamkeit auf dich zu lenken und definiere dein neues Ziel: Ich möchte die Richtige für mich sein. Dafür brauchst du das Wissen: Was möchtest du? Oder wie möchtest du dich in Zukunft fühlen?

Schritt 5:

Du brauchst einen Plan, weil dein Tag lang werden kann. Die tägliche Struktur kann dir helfen, auf deinem Weg zu bleiben. Es hilft sehr, wenn du auch feste Zeiten im Alltag integrieren kannst, wenn du dich nach innen zu DIR wenden kannst. Wir suchen so oft die Lösungen da draußen. Dabei befinden sie sich oft ganz nah, sogar in uns selbst. Meditation und/oder ein achtsames Leben hilft uns, die Stille in uns zu finden. Wenn du bereit bist, dich dieser Stille zu öffnen, wirst du deine innere Weisheit finden.

„Ich wünschte, ich könnte es dir zeigen, wenn du einsam oder in der Dunkelheit der Angst bist, das erstaunliche Licht deiner wunderbaren Seele.“

Pija Pestel

Wenn du mehr davon wissen möchtest, wenn du Unterstützung brauchst, Co-Abhängigkeit. Ich freue mich, mit dir darüber zu reden, wie du deinen Weg zu dir selbst findest

Ganz viel Liebe & Mut auf deinem Weg,

Deine PIJA

Ich sehe mich noch immer durch die Augen meiner Eltern


Pija Pestel  22. Dezember 2020

 

„Das Glück eines Kindes beginnt im Herzen der Mutter.“ Phil Bosmans

 

Jedes Kind möchte besonders sein. Es sehnt sich nach Bewunderung und Anerkennung seiner Eltern.

 

WANN BEGINNT DIE BEZIEHUNG ZU DIR SELBST?

Sie beginnt mit deiner Zeugung. In dem Moment, als deine Eltern dir das Leben geschenkt haben. Die erste Reaktion deiner Eltern auf die Nachricht, dass du kommst, bildet die Grundlage für die Selbstliebe.

Am Anfang bist du mit deiner Mutter eins und du nimmst dich durch die Liebe und Freude deiner Mutter wahr.

Beglückst du deine Eltern mit deiner Anwesenheit, dann verankert sich das Gefühl, wertvoll zu sein. Diese Information verankert sich in deinem Stammhirn und deinen Zellen. Sie bildet die Grundlage für deine emotionale Entwicklung. Es ist das Fundament deiner Selbstliebe. Wenn alles gut läuft, wird mit deiner Geburt dein natürliches Selbstwertgefühl geboren.

Warum ist die Liebe deiner Mutter so wichtig?

Die Mutter und das Baby bilden eine gesunde emotionale Abhängigkeit, das sogenannte Prinzip der Symbiose. Diese ist für das Baby existenziell wichtig und sorgt dafür, dass es sich sicher und versorgt fühlt. Findet die Mutter darin die Erfüllung, strahlt sie diese aus, wenn sie dem Baby in die Augen schaut. So erlebt sich das Kind als wertvolles Geschenk. Es erlebt, dass es der Mutter Freude bereitet seine Bedürfnisse zu erfüllen. Nur diese Liebe und Zuneigung, kann sich als Kind später auch selber geben, welche die Mutter ihm gibt, positiv oder negativ.

Spürt das Kind die Ablehnung als eine Energie des NEINs zu seiner Existenz oder als Angst davor, das Kind nicht versorgen zu können, so nimmt das Kind das Gefühl als eigenes Gefühl wahr.

Das „NEIN“ der Mutter zu ihrem Kind wird automatisch zu einem „NEIN“ zu sich selbst.

Das ist die sogenannte negative Symbiose. Das Kind versucht es wieder gut zu machen. Letztendlich ist dies allerdings nicht möglich, weil die/der Kleine sich in seiner Ganzheit und Existenz unerwünscht fühlt.

Das Kind versucht:

  • sich klein zu machen,
  • die zweite oder dritte Geige zu spielen,
  • seine Bedürfnisse herunterzuspielen und zu unterdrücken,
  • anderen alles Recht zu machen,
  • nützlich zu sein,
  • alles zu machen, um seine Existenz zu rechtfertigen: Es lohnt sich mich als Tochter oder Sohn zu haben
  • mit Aggression auf sich aufmerksam zu machen,

anstatt den eigenen Raum zu beanspruchen und einzunehmen.

Was macht das Kind?

Das Kind versucht einen Platz im System zu finden, an dem es sicher ist und es den Schmerz nicht spüren muss.

Welcher Platz bietet sich hier an?

  • Ein Platz im System der noch nicht besetzt ist. (Du übernimmst die Rolle in der Familie, die noch nicht vergeben ist.)
  • Ein Platz für einen Mensch, den man braucht. Auf diese Weise sicherst du dir deine Daseinsberechtigung. Du wirst unentbehrlich, so dass man nicht auf dich verzichten kann.

Beispiele:

  1. Gibt es in einem System keine Mutter, so bist du die Mutter.
  2. Gibt es keinen Vater, so bist du der Vater und übernimmst dessen Rolle bezüglich Verantwortung und Fürsorge.
  3. Spielst du einen Clown, so bringst du alle zum Lachen.
  4. Du machst dich unsichtbar und somit unangreifbar und ziehst dich in deine Einsamkeit zurück.
  5. Versuchst du die Familie zusammen zu halten, so wirst du vielleicht krank.

Das Ziel ist es, dass sich das Kind sicher fühlt. Deswegen verschmilzt es mit der Rolle, die es einnimmt. Die Verschmelzung verursacht, dass du nur noch diese Rolle bist. Was letztendlich auch bedeutet: Nimmt dir jemand diese Rolle weg, weißt du nicht mehr, wer du bist. Du spürst eine tiefe Einsamkeit und einen tiefen Schmerz.

Du existierst nicht mehr als DU, sondern nur als deine Rolle, als dein Ersatz-Ich:

  • Mutter oder Vater – Versorger
  • Clown – Unterhalter
  • Retter für deine Geschwister
  • die erwünschte Tochter oder der erwünschte Sohn, die/der die Eltern stolz macht.

Meistens funktionieren diese Kinder perfekt und sind leicht zu haben. Sie sind aber nicht in der Lage, eigene Ansprüche zu stellen.

So entsteht eine Co-Abhängigkeit:

Du spürst Dich nur durch die Beziehung zu anderen, aber nicht durch die Beziehung zu dir selbst. Du bist auf die Welt gekommen, um für andere da zu sein!

Die Beziehung zu DIR braucht DICH und DEINE Bereitschaft:

Deinen eigenen Platz einzunehmen

In meiner Praxis erlebe ich sehr oft, dass sich Menschen an einem Platz befinden, der ihnen zugeteilt wurde. Durch wenige Fragen erkennen sie ziemlich schnell, dass sie selten eigene Entscheidungen treffen und sehr oft nicht das sagen was sie denken oder tun was sie möchten.

Wenn du deinen eigenen Platz findest, dann löst du eine wesentliche Blockade auf. Du musst deinen Platz auf der Erde nicht erkämpfen. Dein Platz gehört nur dir und das einfach nur weil es dich gibt.

Deine Achtsamkeit zu üben

Du achtest auf deine Bedürfnisse.

Was brauche ich um mein Leben gut zu meistern?

  • Sicherheit: Ich kann für mich sorgen.
  • Freiheit: Ich darf entscheiden.
  • Nähe und Geborgenheit: Ich finde Menschen die mich gerne haben und mich akzeptieren so wie ich bin.
  • Verständnis: Ich habe Mitgefühl mit mir.
  • Abgrenzung: Ich pflege meine persönliche GRENZEN.

 

Dein Selbstvertrauen zu leben

Du vertraust in deine Fähigkeiten und dein Potenzial, um das Leben gut zu meistern. Du bist handlungsfähig und übst dich darin, ein selbstbestimmter und freier Mensch zu sein.

Es hilft dir, durch die körperliche Ebene ins Vertrauen zu kommen, wenn du deinen Körper und deinen Atem bewusst wahrnehmen kannst.

Es hilft dir auf geistiger und seelischer Ebene, wenn du dich durch deinen eigenen Schutz und durch Erfolgserlebnisse sicher fühlst. Jeder kleine Schritt, den du heute machst und der gestern nicht denkbar war, ist ein Erfolg, auf den du stolz sein kannst.

 

Eine Freundschaft mit dir zu führen

Du bist für dich deine beste Freundin oder dein bester Freund und tust für dich das, was du auch für deine beste Freundin oder deinen besten Freund machen würdest. Vor allem lässt du dich nicht im Stich.

 

Deine Liebe zu dir zu pflegen

Wenn du dich liebst, erfreust du dich am Leben. Denk an eine Blume. Sie freut sich am Leben zu sein und wächst jeden Tag. Sie ist einzigartig, genauso wie du. Und so wie die Blume mit ihrer Präsenz Freude bereitet, so bringst auch du anderen die Freude ins Leben.

Liebe ist die Freude am Leben zu sein.

Ganz viel Liebe & Mut auf deinem Weg

Deine PIJA